Son Prim
Gegen den Trend: Nur französische Rebsorten
Vom Antiquitätenhändler
zum mallorquinischen Winzer
In den 60er-Jahren, erinnert sich Jaime Llabrés, gingen viele der ehemaligen Winzer in die Stadt und ließen die Weinberge liegen. Das habe sich Anfang der 90er-Jahre geändert, auch bei ihm. Ab 1995 bepflanzte Jaime, der mit Antiquitäten sein Geld verdiente, eine kleine Parzelle Land mit einer Mischung aus Prensal, Chardonnay, Chenin Blanc, Syrah, Cabernet und Merlot. Ziel war es herauszufinden, wie diese im Klima und in der Erde von Mallorca gedeihen würden.
Die ersten Tanks standen unter einem großen Johannisbrotbaum, die Fässer zur Reifung im kühlen Keller einer Garage in Palma. „Einige der Weine waren gut, andere waren Essig", erzählt er heute. Bald darauf werkelte jedoch die gesamte Familie im Weinbau. Ab 2003 begann die Familie mit dem Bau einer neuen Weinkellerei mitten auf dem Land, direkt neben den Weinbergen. Sie wurde rechtzeitig zur Lese des Jahrgangs 2014 fertig.
„Mit den Weinen aus mallorquinischen Sorten konnte ich noch nicht viel anfangen. Wir haben mittlerweile nur noch französische Sorten und sind sehr zufrieden damit."
Während man überall davon spricht, mehr lokale Sorten zu pflanzen, hält Jaime Llabrés von dieser Tendenz nichts. Sein Sohn sieht das genauso. Manche Reben ergäben hier auf der Insel einen etwas anderen Weinstil als anderswo — aber das sei auch in Ordnung. Da alle Weinberge bewässert werden, falle der Einfluss von Trockenheit nicht so sehr ins Gewicht.
Reife Trauben und körperreiche Weine vertragen den Barriqueausbau am besten. Die technische Perfektion der Bodega zeigt sich in den Weinen — Überreife und Säureverlust werden bewusst vermieden.
Die Weine
Empfehlungen der BodegaDer reifefähige Chardonnay „Maria José" überzeugt besonders — 12 Monate lang zu 100 Prozent im Barrique gelagert. Mit cremiger Frucht und einer erstaunlichen Kombination von Frische, Stil und Gehalt. Einer der besten Chardonnays der Insel.
Der wertvollste und beste Wein der Bodega — aus Merlot und Syrah gewonnen mit mehr als einem Jahr Holzreife. Vom sehr guten 2018er wurden nur 600 Flaschen abgefüllt. Ein Wein für besondere Anlässe mit außergewöhnlichem Tiefe.
Mit cremiger Frucht kommt der Rosado „Roset" auch ohne Holz aus — ein schlanker und dennoch tiefgründiger Rosé mit klarer Fruchtigkeit. Elegant und zugänglich, zeigt er, dass Son Prim auch jenseits des Barriques überzeugt.
Die Bodega besuchen
Besuche sind ausdrücklich erwünscht — um Voranmeldung wird gebeten, und bei der Ankunft wird ausdrücklich um Pünktlichkeit gebeten. Der große Verkaufs- und Verkostungsraum mit Sitzplatz außerhalb ist ein beliebtes Ziel für Weinliebhaber.
Gegen den Trend — und trotzdem überzeugend
Son Prim beweist, dass man auf Mallorca auch mit französischen Sorten großartige Weine machen kann. Jaime Llabrés und sein Sohn haben ihren eigenen Weg gefunden — und der REM gehört zu den begehrtesten Weinen der Insel.
Son Prim ist in Deutschland exklusiv über Gourmet Mallorca erhältlich.