Unsere nächsten 5 Weingüter: Diese Bodegas kommen bei uns dazu
Seit unserem ersten Reveal haben wir viele Nachrichten bekommen. Welche Bodegas kommen als Nächstes? Wann geht der Shop live? Und vor allem: Gibt es auch Weine aus dem Zentrum der Insel?
Ja, gibt es. Heute stellen wir euch die nächsten fünf Weingüter vor, die ab August in unserem Shop verfügbar sein werden. Und sie alle liegen im Herzen Mallorcas, rund um Sencelles und Santa Eugènia, kaum zwanzig Autominuten voneinander entfernt. Was sie eint, ist keine Rebsorte und kein Stil. Es ist eine Haltung: Wein machen, der nach einem Ort schmeckt.
Ca Sa Padrina — Großmutters Haus
Der Name sagt alles. Ca Sa Padrina bedeutet auf Mallorquinisch "Großmutters Haus" und beschreibt die Bodega präziser als jede Marketingbeschreibung es könnte. Seit 1999 wird hier in Sencelles unter der Herkunftsbezeichnung Binissalem Wein gemacht, mit einheimischen Sorten wie Manto Negro, Callet und Prensal Blanc, die auf diesem Boden seit Jahrhunderten zu Hause sind.
2015 übernahm die nächste Generation und stellte den Betrieb auf ökologischen Anbau um. Seitdem ist das Weingut auch für Besucher geöffnet, und wer einmal dort war, versteht schnell, warum die Gäste immer wieder kommen. Es gibt keine anonyme Verkostung hinter Glastheken. Man sitzt auf der Terrasse zwischen Bougainvillea und trinkt Wein mit der Familie. Manchmal sind es Geschichten aus drei Generationen, die den Abend füllen.
Auf nur fünf Hektar entstehen hier drei Weine: der Montnegre, ein Rotwein mit der DO Binissalem, der Mollet, ein frischer Weißwein als Vi de la Terra, und ein Rosé. Alle handgelesen, alle ökologisch, alle mit einer Unmittelbarkeit, die man nicht nachmacht.
Was uns überzeugt hat: Ca Sa Padrina ist eines der persönlichsten Weingüter, die wir auf der Insel gefunden haben. Hier kaufst du keine Flasche, du wirst Teil einer Familiengeschichte.
Unsere Weinempfehlung: Der Rosat Ca Sa Padrina zeigt, was Callet als Roséwein kann: fruchtig, lebendig und mit einem mediterranen Charakter, der sofort an warme Sommerabende erinnert.
Besuche: In Sencelles, 20 bis 30 Minuten von Palma entfernt. Verschiedene Verkostungsprogramme nach Voranmeldung, auch Weinberg-Picknicks und private Veranstaltungen möglich.

Santa Catarina — Die Wiedergeburt
Manchmal braucht eine gute Geschichte einen zweiten Anlauf. Bei Santa Catarina war das 2014. Der schwedische Unternehmer Stellan Lundqvist hatte die Bodega bereits 1984 gegründet, nahe Andratx, zu einer Zeit, als Qualitätswein auf Mallorca noch Seltenheit war. Er pflanzte als einer der Ersten Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Chardonnay auf der Insel an und leistete damit echte Pionierarbeit.
Anfang der 2000er-Jahre wurde die Produktion eingestellt. Doch die nächste Generation entschied sich, das Projekt neu aufzubauen. Neue Weinberge, eine neue Kombination aus internationalen und mediterranen Rebsorten, und eine neue Heimat: die Finca Son Aloy bei Sencelles, mit einem modernen Gebäude, das trotz seiner Größe erstaunlich persönlich wirkt.
Heute trägt Santa Catarina dieses Erbe weiter und fügt ihm etwas Eigenes hinzu. Die Weine sind zugänglich und präzise, mit mediterraner Frucht, ohne Schwerfälligkeit. Die Verbindung aus internationaler Erfahrung und mallorquinischem Boden zieht sich durch das gesamte Sortiment.
Was uns überzeugt hat: Santa Catarina zeigt, dass ein Neuanfang kein Rückschritt sein muss. Die Bodega verbindet Pioniergeist und moderne Stilistik auf eine Art, die heute selten geworden ist.
Unsere Weinempfehlung: Die 'Nguany-Linie zeigt die ganze Bandbreite der Bodega: ein frischer Blanco, ein lebendiger Rosado und ein zugänglicher Tinto, die alle denselben klaren, mediterranen Charakter tragen.
Besuche: Auf der Finca Son Aloy an der Straße zwischen Inca und Sencelles. Verkostungen, Führungen, Mittagessen im Weinberg und Veranstaltungsräume nach Voranmeldung.

Son Juliana — Ein Traum, der Wein wurde
Günther Zimmer kommt aus dem Maschinenbau. Jahrzehntelang führte er ein international erfolgreiches Unternehmen, ohne die Leidenschaft für Natur und Landwirtschaft je zu verlieren. 2013 baute er auf sieben Hektar im Herzen Mallorcas sein Weingut auf: Son Juliana.
Was dabei entstanden ist, kein distanziertes Unternehmerprojekt. Zimmer arbeitet bis heute aktiv im Weinberg mit, begleitet die Ernte und ist in viele Entscheidungen direkt eingebunden. Man spürt das in den Weinen: früh gelesene Trauben, viel Frische, klare Aromatik, keine Schwere. Besonders die Weißweine und der Rosé haben eine Direktheit, die man sofort erkennt.
Sieben Weine und ein Olivenöl aus Arbequina- und Picual-Oliven in der höchsten Qualitätsstufe "Virgen Extra", alles ökologisch, alles mit Handlese, alles betrieben mit Strom aus Solar- und Windenergie. Und das alles mit einer Ehrlichkeit, die man sofort merkt, wenn man Günther gegenübersitzt.
Was uns überzeugt hat: Son Juliana ist der Beweis, dass ein Lebenstraum, der spät beginnt, manchmal besonders klar wird. Hier steckt eine ganze Biografie in jeder Flasche.
Unsere Weinempfehlung: Der Chardonnay aus dem Barrique zeigt, was passiert, wenn handwerkliche Sorgfalt auf eine Rebsorte trifft, die auf Mallorca noch nicht jeder auf dem Schirm hat: kraftvoll, mit Tiefe, und trotzdem frisch.
Besuche: Das Boutique-Weingut ist von Februar bis Dezember in der Regel dienstags bis samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Spontane Besuche möglich, verschiedene Tasting-Formate nach Anmeldung.

Son Prim — Fünf Generationen, ein Experiment
In den frühen 1990er-Jahren bepflanzte Jaime Llabrés eine kleine Parzelle in Sencelles mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Rebsorten: Prensal, Chardonnay, Chenin Blanc, Syrah, Cabernet, Merlot. Es war ein Versuch, keine große Vision. Die ersten Weine entstanden in kleinen Tanks unter einem Johannisbrotbaum, der Ausbau in einem Garagenkeller in Palma.
Aus diesem Anfang ist heute ein Familienweingut in der fünften Generation geworden. Sein Sohn Jaime J. Llabrés wuchs quasi gemeinsam mit dem Weinberg auf und leitet heute den Betrieb. 2014 wurde eine neue Kellerei fertiggestellt, gebaut mitten zwischen den eigenen Reben, auf hartem rotem Lehm, der Regenwasser speichert und ein tiefes Wurzelsystem fördert.
Son Prim steht bewusst für französische Rebsorten auf mallorquinischem Boden. Konsequentes Handwerk, niedrige Erträge, rund 3.500 Flaschen pro Hektar, minimale Eingriffe im Keller. Neun Weine, jeder mit eigenem Charakter, alle vollständig auf der Insel erzeugt, von der Pflanzung bis zur Abfüllung.
Was uns überzeugt hat: Son Prim zeigt eine andere, ebenso spannende Seite des mallorquinischen Weinbaus. Keine autochthonen Sorten, aber dieselbe Konsequenz, dieselbe Ehrlichkeit, und dasselbe Gespür für das, was dieser Boden aus einer Traube machen kann.
Unsere Weinempfehlung: Der Merlot und der Syrah überraschen immer wieder, weil sie sich anders anfühlen als vergleichbare Weine aus Frankreich oder Spanien. Das mallorquinische Klima und der rote Lehm hinterlassen ihren eigenen Fingerabdruck.
Besuche: In Sencelles, Verkostungen und Besuche ab 20 Euro nach Voranmeldung, verschiedene Formate möglich. Am 1. August findet die "La Nit a Son Prim" statt, ein Abend mit Livemusik und Wein zwischen den Reben.

Vinya Taujana — Der Winzer, der in Versen abfüllt
Es gibt viele Geschichten über mallorquinische Winzer. Aber nur wenige, die mit Gedichten enden. Bei Vinya Taujana ist genau das der Fall.
Am westlichen Ortseingang von Santa Eugènia betreiben die Brüder Joan und Sebastià Crespí Coll eine kleine Bodega, die es so nur einmal gibt. Beide waren früher Polizisten. Beide machen in dritter Generation, mütterlicherseits wie väterlicherseits, Wein. Unterstützt werden sie von Juan Mora, einem der erfahrensten Önologen der Insel, der bei unterschiedlichen Geschmacksvorstellungen der Brüder oft den entscheidenden Ausschlag gibt.
Das Sortiment ist bewusst klein: ein Crianza aus Manto Negro, Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot mit zehn bis zwölf Monaten Fassreife, ein junger Rosé auf Manto-Negro-Basis und ein sortenreiner weißer Prensal Blanc. Im Weinberg verlässt sich die Familie auf Beobachtung statt Dogma: Kupferlösung statt Fungizide, biologische Düngung, ein Auge auf die wilden Kräuter zwischen den Reben, die früh anzeigen, wenn sich etwas ankündigt.
Was Vinya Taujana aber wirklich unverwechselbar macht, findet sich auf dem Etikett. Sebastià schreibt Gloses, kurze mallorquinische Verse, und setzt sie auf ausgewählte Flaschen seines Crianza. Die Auflagen sind klein, manchmal nur 50 Flaschen, manchmal auch nur eine einzige, wenn jemand seinem Wein einen persönlichen Liebesschwur mitgeben möchte. Der Name der Bodega ist selbst ein kleines Gedicht: "els Taujans" heißen die Männer aus Santa Eugènia traditionell. Vinya Taujana ist, ganz wörtlich, der Wein des eigenen Dorfes.
Was uns überzeugt hat: Vinya Taujana erzählt eine der persönlichsten Geschichten, die wir auf Mallorca gefunden haben. Zwei Polizisten, Winzer in dritter Generation, ein erfahrener Önologe und ein Bruder, der seinen besten Wein in eigene Verse kleidet. Manchmal steckt der schönste Reim einfach in der Flasche.
Unsere Weinempfehlung: Der Crianza zeigt, was Manto Negro in einer Cuvée mit Cabernet und Syrah werden kann: Struktur, Tiefe und eine Wärme, die lange anhält.

Fünf Bodegas, eine Handvoll Kilometer
Diese fünf Weingüter liegen kaum zwanzig Autominuten voneinander entfernt, und trotzdem könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Ein Familienweingut, das in dritten Generation ökologisch umbaut. Ein Pionierprojekt, das sich neu erfindet. Ein Unternehmer, der seinen Lebenstraum in Flaschen füllt. Ein Familienbetrieb in der fünften Generation mit französischen Rebsorten auf rotem Lehm. Und zwei Brüder, die Polizisten waren und Gedichte schreiben.
Zusammen ergeben sie ein Bild vom mallorquinischen Weinbau, das man so nicht erwartet. Und das ist erst der Anfang.
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