Zehn Begriffe, die du kennen solltest, bevor du eine Flasche Mallorca-Wein kaufst
Bodega, Crianza, Vi de la Terra: Wer mallorquinischen Wein kauft oder eine Bodega besucht, begegnet immer wieder denselben Begriffen. Hier sind die zehn wichtigsten, kurz erklärt.
Man muss kein Weinexperte sein, um mallorquinische Weine zu genießen. Aber ein paar Begriffe zu kennen, hilft dabei, die richtige Flasche zu finden, eine Bodega-Führung besser zu verstehen und beim nächsten Einkauf nicht ratlos vor dem Regal zu stehen.
Bodega
Das spanische Wort für Weingut oder Weinkeller. Auf Mallorca gibt es über 120 Bodegas, von kleinen Familienbetrieben mit wenigen Hektar bis zu größeren Weingütern mit eigenem Restaurant und Verkostungsraum. Wenn jemand sagt „wir fahren heute zu einer Bodega", meint er in der Regel einen Besuch mit Führung und Weinprobe.
Denominación de Origen (DO)
Die geschützte Herkunftsbezeichnung, kurz DO. Sie garantiert, dass ein Wein aus einer bestimmten Region stammt und nach festgelegten Regeln hergestellt wurde. Mallorca hat zwei anerkannte DOs: Binissalem und Pla i Llevant. Mehr dazu findet ihr in unserem Artikel über Vi de la Terra.
Vi de la Terra
Wörtlich „Wein vom Land". Eine offizielle, aber flexiblere Kategorisierung als die DO, die für die gesamte Insel gilt. Viele der experimentellsten und spannendsten Weine Mallorcas tragen dieses Label.
Autóctono
Einheimisch, ursprünglich. Wenn ein Wein als „autóctono" beschrieben wird, bedeutet das, dass er aus Rebsorten hergestellt wurde, die seit Jahrhunderten auf der Insel heimisch sind, also Manto Negro, Callet, Prensal Blanc, Gorgollassa und andere. Das Gegenteil wären internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Chardonnay.
Crianza
Eine Reifebezeichnung für Rotweine. Ein Crianza muss mindestens zwei Jahre gelagert werden, davon mindestens sechs Monate im Eichenfass. Das Ergebnis sind Weine mit etwas mehr Struktur und einer leichten Holznote. Auf Weißweinen und Roséweinen ist der Begriff seltener, aber auch dort möglich.
Reserva
Die nächste Stufe nach Crianza. Rotweine mit der Bezeichnung Reserva reifen mindestens drei Jahre, davon mindestens ein Jahr im Fass. Sie sind in der Regel körperreicher und komplexer als ein Crianza und brauchen oft etwas Luft, bevor sie ihr volles Potenzial zeigen.
Joven
Junger Wein, der ohne oder mit sehr kurzer Fasslagerung auf den Markt kommt. Joven-Weine sind frisch, fruchtig und trinkreif, sobald sie abgefüllt sind. Besonders bei Roséweinen und leichten Weißweinen ist das oft die beste Wahl.
Maceración carbónica
Kohlensäuremaischung, eine besondere Vergärungsmethode, bei der die Trauben ganz und ungemahlen vergären. Das Ergebnis sind besonders fruchtige, weiche Rotweine mit wenig Tannin. In Mallorca wird diese Technik vor allem für Manto Negro eingesetzt und ergibt Weine, die sich jung und unkompliziert trinken lassen.
Elaboración propia
Wörtlich „eigene Herstellung". Dieser Hinweis auf dem Etikett bedeutet, dass der Wein vom Weingut selbst produziert wurde, von der eigenen Ernte bis zur Abfüllung. Ein Zeichen dafür, dass hinter der Flasche ein konkreter Betrieb steht und nicht ein zugekaufter Wein unter eigenem Label.
Vendimia
Die Weinlese. Auf Mallorca findet sie je nach Rebsorte und Höhenlage zwischen August und Oktober statt. Manche Bodegas laden zur Vendimia-Zeit Besucher ein, beim Ernten mitzumachen. Wer die Insel im Herbst besucht, erlebt sie in einer ihrer lebendigsten Jahreszeiten.
Diese zehn Begriffe reichen aus, um bei der nächsten Bodega-Führung oder beim Kauf einer Flasche mallorquinischen Weins nicht mehr nur zu nicken, sondern wirklich zu verstehen, wovon die Rede ist. Den Rest lernt man am besten beim Trinken.