Pa amb Oli und Wein: so geht das perfekte Pairing
Mallorcas beliebtestes Gericht braucht nicht viel. Aber der richtige Wein dazu macht den Unterschied zwischen einem guten Abend und einem, den man nicht so schnell vergisst.
Wer auf Mallorca lebt oder die Insel gut kennt, weiß: Pa amb Oli ist kein Snack. Es ist eine Haltung. Geröstetes Landbrot, eine aufgeschnittene Ramallet-Tomate, die direkt auf das Brot gerieben wird, ein guter Schluck einheimisches Olivenöl, etwas Salz. Dann nach Lust und Laune: Sobrasada, Schinken, alter Käse, Sardellen, eingelegte Oliven. Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Was trinkt man dazu?
Warum das Pairing hier wirklich eine Rolle spielt
Pa amb Oli lebt von Kontrasten. Die Säure der Tomate, das fruchtige Olivenöl, das Salzige von Schinken oder Käse, manchmal das Würzige der Sobrasada. Das alles trifft auf ein Brot, das durch das Toasten eine leichte Röstnote bekommt. Ein Wein, der dazu passt, muss diese Aromen nicht übertrumpfen. Er soll sie begleiten, aufnehmen, vielleicht einen Akzent setzen.
Zum Glück hat Mallorca dafür die richtigen Weine.
Die klassische Wahl: ein mallorquinischer Roséwein
Kein Wein passt so unkompliziert zum Pa amb Oli wie ein guter Rosé von der Insel. Er hat genug Frucht, um mit der Tomate zu harmonieren, genug Frische, um die Fülle des Olivenöls auszubalancieren, und genug Körper, um neben Schinken und Käse nicht unterzugehen. Rosés auf Basis von Callet oder Manto Negro, beides autochthone Rebsorten Mallorcas, bringen außerdem eine leichte erdige Note mit, die perfekt zur rustikalen Einfachheit des Gerichts passt.
Wer auf Mallorca schon einmal einen Sommerabend auf einer Terrasse verbracht hat, kennt diese Kombination wahrscheinlich bereits. Sie ist kein Zufall.
Für den Weißwein-Moment: Prensal Blanc
Wer lieber Weißwein trinkt, ist mit Prensal Blanc bestens beraten. Die wichtigste weiße Rebsorte der Insel bringt blumige und zitrusartige Noten mit, dazu eine angenehme Frische. Besonders gut harmoniert er mit der leichteren Variante des Pa amb Oli: ohne viel Belag, nur Tomate, Öl und vielleicht ein paar eingelegte Sardellen.
Der Prensal Blanc hat eine natürliche Säure, die die Salzigkeit der Sardellen aufgreift und gleichzeitig das Olivenöl nicht überdeckt. Ein Glas davon, gut gekühlt, an einem warmen Abend. Das braucht wirklich nicht mehr.
Wenn Sobrasada auf dem Tisch steht: lieber einen Roten
Sobrasada ist kräftig, würzig, mit einem tiefen Paprikageschmack und einer Fülle, die leichte Weine schnell überfordert. Hier empfiehlt sich ein Rotwein mit etwas Struktur: ein junger Manto Negro oder ein Callet, der noch nicht zu viel Holz gesehen hat. Diese Weine haben die nötige Frucht und Gerbstoffe, um mit der Sobrasada auf Augenhöhe zu sein, ohne das Gericht zu erschlagen.
Ein schwerer, tanninreicher Wein wäre hier fehl am Platz. Pa amb Oli ist kein Steak-Essen. Es geht um Gleichgewicht.
Die ehrliche Antwort
Natürlich gibt es keine einzig richtige Wahl. Pa amb Oli ist ein Gericht, das sich anpasst: an die Jahreszeit, an die Zutaten auf dem Tisch, an die Stimmung des Abends. Und mallorquinische Weine haben die glückliche Eigenschaft, dass sie selten falsch liegen. Sie kommen vom gleichen Boden, wachsen im gleichen Klima, werden von denselben Menschen gemacht, die abends wahrscheinlich selbst Pa amb Oli essen.
Das nennt man Terroir. Und auf Mallorca schmeckt man es.
Im nächsten Artikel dreht sich alles um Wein-Vokabular: zehn Begriffe, die ihr kennen solltet, bevor ihr das nächste Mal eine Flasche mallorquinischen Wein in der Hand haltet.