Son Grau Gran
Versteckt zwischen den Hängen der Tramuntana
Versteckt zwischen den
Hängen der Tramuntana
Man könnte leicht an Son Grau Gran vorbeifahren, ohne zu ahnen, dass sich hinter den großen Toren eines historischen Anwesens eines der spannendsten kleinen Weinprojekte Mallorcas verbirgt. Die Finca liegt bei Alaró, direkt am Fuß der beiden markanten Zwillingsberge, in den Ausläufern der Serra de Tramuntana — eingebettet in eine außergewöhnlich ruhige Landschaft aus Wäldern, alten Olivenbäumen und steinigen Hängen.
Die Possessió geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Insgesamt 51 Hektar gehören dazu: Wald, alte Olivenbäume auf den Marjades, den traditionellen Trockenmauerterrassen, dazu Johannisbrot- und Mandelbäume, die die alten Häuser umgeben. Das castellähnliche Herrenhaus prägt die Atmosphäre des gesamten Anwesens. Die Familie kaufte die Finca vor rund drei Jahrzehnten ursprünglich nicht mit dem Ziel, Wein zu machen, sondern als privaten Rückzugsort. Erst viel später entstand die Idee, die alte Weinbautradition wieder aufleben zu lassen.
Heute befindet sich die kleine Bodega nahezu verborgen im Keller des Herrenhauses. Alles an Son Grau Gran wirkt bewusst zurückhaltend: keine große Inszenierung, keine touristische Ausrichtung, kein Fokus auf Wachstum um jeden Preis. Stattdessen konzentriert sich das Projekt kompromisslos auf Qualität und auf Rebsorten, die perfekt zu den besonderen Bedingungen der Lage passen.
Die Weinberge liegen auf rund 240 Metern Höhe, verteilt auf mehrere Parzellen mit eigenen Namen wie Marjada Llarga oder Sa Cometa. Die Böden bestehen aus tiefgründigem kalkhaltigem Lehm, in den höheren Lagen mit Schotter durchsetzt. Das Klima ist mediterran, mit heißen trockenen Sommern und viel Niederschlag im Frühjahr und Herbst; die Berge schirmen die Finca vor den Stürmen der Tramuntana ab, und im Winter fällt hier gelegentlich Schnee.
„Manche der interessantesten Weine Mallorcas entstehen dort, wo niemand eine Bodega vermuten würde."
Der Weinberg umfasst nur 4,2 Hektar — und darauf wächst ausschließlich Gorgollassa und Escursac. Beide gelten als Minderheitensorten der Insel, werden nur von wenigen Winzern kultiviert und bringen von Natur aus wenig Alkohol hervor. Genau das macht sie interessant: Die Weine sind elegant, fein und von großer Finesse statt von Kraft. Im Herbst färbt sich das Laub der Gorgollassa rötlich, besonders schön auf der Parzelle Sa Cometa.
Gearbeitet wird biologisch. Zwischen Ernte und Ende des Rebschnitts ziehen Schafe durch den Weinberg, halten das Unkraut kurz und hinterlassen organisches Material. So entstehen hier kleine Mengen außergewöhnlich präziser Weine unter der Herkunftsbezeichnung Vi de la Terra Mallorca, die eher auf Finesse und Herkunft setzen als auf Kraft oder Lautstärke.
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